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Hoteltüren: Design und Funktion sind kein Widerspruch

Funktionstüren in Hotels unterliegen einer Reihe von Anforderungen. Einige Aspekte, die zu erfüllen sind, spielen für die Wahl der Türen oft eine Rolle: Aus Architektur-Sicht sind Vorgaben zur Gestaltung und zu den Materialien, die verwendet werden dürfen, zu beachten. Baubehörden erwarten hingegen eine bauordnungsrechtlich korrekte Ausführung. Dazu kommt die Perspektive der Hotelbetreiber: Für sie sollen die Türen einerseits zum Stil des Hauses passen, aber auch günstig in der Beschaffung, funktional im Betrieb und einfach in der Wartung sein. Die Planung eines Hoteltürenkonzepts ist damit vielschichtig: Stil, Sicherheit, Nomen und Regelungen sind miteinander zu vereinbaren. 

Ein Überblick: Türenvielfalt im Hotel

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In Hotels erfüllen Türen sehr unterschiedliche Funktionen und bedienen verschiedenste Anforderungen. Hier folgt ein kurzer Überblick zu den wesentlichen Türentypen: 

 

  • Hotel-Eingangstür

Als Hoteleingang sind Dreh-, Schiebe- oder Karusseltüren im Einsatz. Meist sind diese mit Türantrieben versehen, die nach der Arbeitsstättenrichtlinie ASR 1.7 „Türen und Tore“ geregelt sind. Informationen zur Schutzeinrichtung, Wartung und zum Betrieb von kraftbetätigten Karusselltüren gibt es bei der Berufsgenossenschaft. Diese können unter dem Titel „DGUV Information 208-026“ kostenfrei unter www.dguv.de als PDF heruntergeladen werden.  

  • Türen in Fluren

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Türen in Fluren bilden eine eigene wichtige Kategorie unter den Hoteltüren. Sie haben die wichtige Funktion die Rauchausbreitung im Brandfall zu begrenzen. Je nach baulicher Gegebenheit kann es auch sein, dass diese Türen in Brandwände eingebaut sind und somit als Brandschutztür ausgelegt sein müssen.  

Die meistens groß flächig verglasten Flurtüren von Hotels sind häufig offen. Diese Offenhaltung darf bei Brand- und/oder Rauchschutztüren nur mit zugelassenen Feststellanlagen erfolgen. Gelegentlich sieht man auch heute noch, dass die Offenhaltung mit Einrichtungsgegenständen oder Keilen erfolgt – diese Variante ist verboten und kann im Brandfall zu erheblichen Konsequenzen führen. Werden die Türen in Nischen eingebaut, steht die gesamte Fluchtwegbreite ungehindert zur Verfügung und die Türen fallen kaum auf, da sie sich in einer Ebene mit der Wand befinden. Diese sogenannten Nischentüren sollten sich im Brandfall automatisch schließen. 

  • Die Gastzimmertür 

Zu den Gastzimmertüren haben wir teilweise schon in unserem ersten Teil „Komfort: Das bieten Hoteltüren neben Funktionalität“ gesprochen, denn sie erhöhen den Komfort durch effektiven Schallschutz. Außerdem müssen sie in Deutschland in der überwiegenden Anzahl der Bundesländer auch als Rauchschutztür ausgeführt werden. Einige Bundesländer fordern ab einer gewissen Hotelgröße auch einen prozentualen Anteil von barrierefreien Gästezimmern – das ist dann auch bei den Türen zu berücksichtigen. Erfahren Sie hierzu mehr in unserem ersten Beitrag.

  • Die Badezimmertür im Gastzimmer

Bei Badezimmertüren sind häufig Schiebetüren vorzufinden, da sie platzsparend in der Wand verschwinden können. Auch bieten sie Vorteile, wenn es um die Barrierefreiheit geht. 

Ob nun eine Feucht- oder Nassraumtür zum Einsatz kommt, hängt von der Einbausituation ab. Das unterscheidet sie: Feuchtraumtüren werden bei ihrer Prüfung 48-mal jeweils 30 Sekunden in einer Höhe von 50 cm mit Wasser besprüht. Nach dem Sprühen folgt jeweils eine Trocknungsphase von 29,5 Minuten. Nassraumtüren werden hingegen 96-mal und 3 Minuten lang in einer Höhe von 150 cm mit Wasser besprüht. Der Trocknungsvorgang dauert 26 Minuten. Nach beiden Vorgängen werden zum Beispiel die Dickenquellung und die Wasseraufnahme des Türmaterials geprüft. 

Für Hotelzimmer sind meist Feuchtraumtüren sinnvoll – Nassraumtüren sind eher im Spa-/Wellness-Bereich zu finden. 

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Verordnungen leicht gemacht

Für die Planung, den Bau oder die Renovierung eines Hotels sind vielfältige bauordnungsrechtliche Anforderungen zu beachten. Diese gelten als vielschichtig und komplex, zumal neben den Landesbauordnungen in den meisten Bundesländern auch noch eigene Beherbergungsstättenverordnungen (BeVO) zum Tragen kommen. Das heißt: Nicht überall gilt die allgemeine Muster-BeVO. In jedem Bundesland gelten andere Regeln.  

Das hört sich schon jetzt verwirrend an? Keine Sorge, tatsächlich ist die Mehrheit der Verordnungen in Bezug auf Türen in jedem Bundesland identisch. Unterschiede gibt es im Geltungsbereich (Anzahl Gastbetten) und in der Frage der Barrierefreiheit.  

Die wesentlichen Anforderungen an Türen laut der Muster-BeVO haben wir in der folgenden Prinzipskizze zusammengefasst. 

Legende:

RS-Tür, §7 (2) Nr.1: Rauchschutzabschlüsse müssen vorhanden sein in Öffnungen von notwendigen Treppenräumen zu notwendigen Fluren. 

RS-Tür, §7 (2) Nr.2: Rauchschutzabschlüsse müssen vorhanden sein in Öffnungen von notwendigen Fluren zu Beherbergungsräumen. 

RS-Tür, §7 (2) Nr.3: Rauchschutzabschlüsse müssen vorhanden sein in Öffnungen von notwendigen Fluren zu Gasträumen, wenn an den Fluren in demselben Rauchabschnitt Öffnungen zu Beherbergungsräumen liegen. 

T30/RS-Tür §7 (1) Nr.1: Feuerhemmende Türen, die auch die Anforderungen an Rauchschutzabschlüsse erfüllen, müssen vorhanden sein in Öffnungen von notwendigen Treppenräumen zu anderen Räumen, ausgenommen zu notwendigen Fluren. 

Übrigens: In vier Bundesländern gibt es keine Beherbergungsstättenverordnung. Dazu gehören Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Thüringen. 

Im Notfall – Sicher Flüchten 

Wenn Sie wissen möchten, welche Mindestbreiten für Türen innerhalb von Fluchtwegen einzuhalten sind, werfen Sie einen Blick in die Versammlungsstättenverordnung oder in die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.3.  

Prinzipiell sind Fluchtwegbreiten auch bei Türen einzuhalten, doch laut der ASR A2.3 sind geringe Abweichungen von 15 cm in der lichten Breite im Verlauf von Fluren (aber nur dort!) erlaubt.  

Alle anderen Türen sind aus Sicht des Arbeitsschutzes mit der Mindestbreite gemäß der Gefährdungsbeurteilung auszuführen. Die lichte Durchgangsbreite an Türen beträgt bei bis zu 5 flüchtenden Personen 87,5 cm. Dieses Maß gilt z. B. auch für eine Bürotür, die dann ggf. in den Flur führt.  

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Gewusst wie: Privatsphäre und Werte schützen

Auch die beste Alarmanlage schützt nicht vor Einbrüchen. Leider sind auch Hotels von Diebstählen betroffen. Bei Türen, die nach Außen führen kommen normalerweise Funktionstüren mit Widerstandsklassen von RC2 oder RC3 im Einsatz. Sind diese Türen gleichzeitig auch Notausgangstüren muss diese Kombination im Vorfeld bedacht sein. Denn mögliche Einbrecher dürfen nicht mit einem Draht den innenliegenden Drücker betätigen oder den Drücker mit einem durchdringenden Schraubenzieher (z. B. im Bereich der Glasfalz) erreichen. Wichtig: Unbedingt die Einbauanleitung solcher Türen beachten! 

Zargen von einbruchhemmenden Türen sind mechanisch mit der Wand verbunden. Auch die Schließbleche sind üblicherweise mit der Wand verschraubt, um den auftretenden Kräften standzuhalten. Besonders wichtig ist die druckfeste Hinterfütterung der Zarge gemäß Herstellerangaben. Das Fehlen einer Hinterfütterung kann das Wegdrücken der Zarge begünstigen. Dann greift der Schlossriegel nicht mehr ins Schließblech und das öffnet Eindringlingen Tür und Tor.  

Mehr Sicherheit mit einer Hoteltürenpartnerschaft

Profis unterstützen bei der Planung und Konzeption: In der Hoteltürenpartnerschaft von PRÜM, HÄFELE und FUNDERMAX wurden schon zahlreiche Projekte realisiert, die die Leistungsfähigkeit unseres Expertenverbunds belegen. Ein zusätzlicher Vorteil ist die Beratung aus einer Hand. Hoteltürenkompetenz bietet Ihnen geprüfte Komplettsysteme, die optisch und funktional aufeinander abgestimmt sind. Im Hotelprojekt sichert das Budget- und Planungssicherheit bei großen und kleinen Planungen. Sie möchten weitere Informationen? https://www.hoteltuerenkompetenz.de/  

Weiterführende Links 

https://blog.tuer.de/ahoi-papa-rhein-hoteltuerenkonzepte-im-einsatz/  

https://www.hoteltuerenkompetenz.de/referenzen/ 

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